Die Story
Weniger Lärm.
Mehr Intention.
Es begann nicht mit einem Plan, sondern mit einer Nacht. Berlin, 2013, Berghain. Zwischen Disziplin und Ekstase wurde eine Frage geboren, die seitdem nicht mehr verschwunden ist: Wie kann man das Leben so führen, dass es selbst zum Kunstwerk wird?
David / The Geisha ist keine Marke im klassischen Sinn. Es ist eine Haltung. Ein Versuch, in einer Welt aus endlosem Lärm das Wesentliche zu finden — und festzuhalten. Keine Trends. Keine schnellen Antworten. Nur Substanz.
Wie ich zu meinem Namen kam
Es gab eine Zeit, Anfang der Zehnerjahre, da haben wir in Berlin noch Kostümpartys geschmissen, als hinge etwas davon ab. Nichts Halbherziges — echte Partys, echtes Berlin, wild und ohne Bremse. Der ernst gemeinte Versuch, für eine Nacht jemand anderes zu werden. Oder vielleicht: für eine Nacht ein Stück mehr man selbst.
Für eine dieser Partys wollte ich als Geisha gehen. Ein Freund besaß einen Kimono von Gucci, der bei ihm im Flur hing, mehr Kunstobjekt als Kleidungsstück, eigentlich viel zu schade, um ihn je zu tragen. Ich trug ihn trotzdem. Stundenlang saß ich vor dem Spiegel, schminkte mich Schicht um Schicht, wickelte mich in den Stoff, bis nichts mehr nach Verkleidung aussah. Und dann ein Taxi, das mich durch die Stadt trug, als wäre das das Selbstverständlichste der Welt.
Den Namen bekam ich erst später, und nicht von mir selbst. Wir standen im Berghain, oben in der ersten Etage, an der Box direkt vorm Darkroom, als ein Freund mir etwas auf Instagram schicken wollte. Ich hatte damals noch kein Profil — heute kaum vorstellbar, aber so war es. Kein Problem, sagte er, ich mach dir eben eins, wie sollen wir dich nennen? Mir fiel auf die Schnelle nichts ein. Ihm schon. David the Geisha, tippte er, und damit war die Sache entschieden.
Ich weiß, dass ich von außen auf diese Kultur blicke. Ich bin nicht in ihr aufgewachsen und maße mir nicht an, sie so zu verstehen wie jemand, der es ist. Ich kenne die Debatte um kulturelle Aneignung, und ich wische sie nicht beiseite. Aber dieser Name ist mir nie zum Kostüm geworden. Geblieben ist er, weil er ausdrückt, wofür sie für mich steht — die Faszination an Disziplin, am Bewahren von Tradition, an Ästhetik in ihrer reinsten Form. Eine stille Verbeugung vor etwas, das ich aus der Ferne bewundere, und zugleich die Erinnerung an die Nacht, in der er entstand.
Manchmal vermisse ich diese Zeit. Aber mehr noch bin ich froh, dass es sie gab — und dass ich etwas aus ihr mitgenommen habe, das geblieben ist, lange nachdem die Partys vorbei waren. Den Namen. Und die Erinnerung an jemanden, der geschminkt und im fremden Kimono in ein Taxi stieg und dabei nichts weiter war als er selbst.
Zwei Pfeiler
Alles ordnet sich um zwei Bereiche, die zusammen ein Ganzes ergeben. Inner Arts beginnt beim Körper — Ernährung, Bewegung, Schlaf, Klarheit. Das Fundament, ohne das nichts anderes Bestand hat; hier liegt der Schwerpunkt. Space Arts erweitert den Blick auf den Raum: wie wir wohnen, welche Objekte wir um uns versammeln, welche Menschen sie erschaffen.
Diese beiden Bereiche sind keine getrennten Kategorien, sondern Perspektiven auf dieselbe Idee: dass jede Entscheidung — was wir essen, wie wir wohnen — eine ästhetische und eine ethische ist. Der Anfang macht das Innere; der Raum folgt.
Achtsamkeit für jeden Moment
Der Name „Momente" ist Programm. Es geht nicht um das große Ganze, das man irgendwann erreicht, sondern um die einzelnen Augenblicke, aus denen ein Leben besteht. Alles ist Teil des Weges. Jeder Moment verdient die gleiche Aufmerksamkeit.
Was hier entsteht, ist eine kuratierte Sammlung dieser Momente: Beobachtungen, Porträts, Methoden. Wöchentlich, im Geisha Letter. Kein Überfluss — nur Auswahl.
Berlin, seit 2013. Und der Weg geht weiter.